murgtalstrom Story

Als der Müller Johannes Trück  zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Mühle im Tannenfels kaufte, ahnte noch keiner, dass daraus später einmal das Elektrizitätswerk von Obertal entstehen sollte.

Kostenanschlag Turbine 1910
Rechnung Turbine 1910

Bereits in jungen Jahren beschäftigte sich der gebürtige Baiersbronner Johannes Trück mit der Erzeugung von Strom. 

Mit dem Kauf der Mühle fing er an neben seiner Arbeit als Müller ein Wasserkraftwerk zu errichten. Er nutzte das Mühlenrad zur Energiegewinnung und speicherte den daraus erzeugten Strom in Batterien. 
Seine Sternstunde ließ nicht lange auf sich warten. Am 9. Februar 1909 brannte zum ersten Mal Licht im Tannenfels. 

Angespornt von diesem Erfolg schloss Johannes Trück ein Jahr später einen Vertrag mit der Maschinenfabrik Schneider, Jaquet & Cie, G.m.b.H aus Strassburg ab über den Kauf einer Phoenix-Turbine. 

Das Elektrizitätswerk Trück war gegründet und der Grundstein für die spätere Stromversorgung von Obertal gelegt. Schritt für Schritt begann er nun sein eigenes Stromnetz aufzubauen.

Leitungsplan 1943

Er legte Stromleitungen, ließ Masten dafür aufbauen und verkaufte kurze Zeit später seinen eigenen erzeugten Strom an die Bewohner von Obertal.

1916 wurde Albert als jüngstes Kind von Dreien geboren. Sehr früh wurde er in das Familienunternehmen eingebunden, da fest stand, dass er später einmal den Betrieb weiterführen sollte. Als der Vater dann 1938 starb übernahm Albert zusammen mit seiner Mutter Anna und seinen beiden Schwestern Emma und Rosa die Verantwortung für das E-Werk.  

Als dann auch noch 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach und Albert eingezogen wurde, stand Anna mit ihren beiden Töchtern vor einer großen Aufgabe. Jedoch schaffte sie es mit Hilfe von Freunden den Betrieb zu erhalten. 1945 kehrte Albert unbeschadet aus dem Krieg zurück und übernahm wieder die Verantwortung des E-Werks. 

Mit dem Abschluss zur Meisterprüfung zum Elektroinstallateur 1947 später trat er nun endgültig in die Fußstapfen seines Vaters. Weitere zwei Jahre später ließ er bereits eine neue Turbine einbauen - die Voith-Turbine. Ebenfalls im gleichen Jahr gründete Albert das erste Elektro-Installationsgeschäft in Obertal. 

Der Betrieb wuchs, sodass Albert 1954 eine weitere Turbine kaufte - die Osberger-Turbine -  um das Stromnetz erweitern zu können. Aber nicht nur mit Strom versorgte die Familie Trück Obertal. Bis in die 60er Jahre betrieb die Familie zusätzlich noch eine Mosterei.

1985 verstarb Albert im Alter von 69 Jahren unerwartet auf einer Reise. 
Sein Sohn Hans wurde bereits zu seiner Schulzeit in das Familiengeschäft eingespannt und führte nun nach dem Tod seines Vaters zusammen mit seiner Mutter Gerta das Unternehmen weiter. Hans setzt seitdem nicht nur die Idee seines Großvaters fort, sondern spezialisierte sich 1989 im Bereich der Photovoltaik, indem er die erste Solarstromanlage hierorts bei sich installierte. Immer mehr Leute folgten seinem Beispiel und so umfasst sein Netz heute 1 Wasserkraftanlage, 5 Blockheizkraftwerke und 34 Photovoltaikanlagen mit rund 150 kW. Anschlusswert und ca. 200.000 kWh Stromeinspeisung pro Jahr
In dieser Tradition wird das was mit einer der Mühle begann fortgesetzt…